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Schiffsglocke

Signale auf Schiffen
Schiffsglocke
Bootsmannsmaatenpfeife

Geschichte der Schiffsglocken

Glocken waren schon seit dem 1. Jahrhundert v.u. Zeit in Ostasien bekannt und sind seit dem 6. Jahrhundert in Europa nachgewiesen. Sie fanden dann später in der Seefahrt Eingang und dienten als allgemeines Signalelement auf den Schiffen. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Schiffsglocke unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Schiffes ... und sie ist es auch heute noch - trotz aller modernsten Einrichtungen und Ausrüstungen. Entsprechend der Schiffsgröße ist die Größe der Glocke vorgeschrieben.

Als Verwendungszweck seien hier genannt:

- bis zur Erfindung der Uhr wurde durch das “Glasen” Zeit - und Wach-              rhythmus an Bord bekannt gegeben.

- beim Ankern des Schiffes werden durch Anschlagen der Glocke die ausge-               steckten Längen der Ankerkette angezeigt.

- bei verminderter Sicht und Nebel müssen die Schiffe, die vor Anker liegen oder       auf Grund festsitzen durch Läuten der Schiffsglocke in festgelegten Zeitinter-           vallen den sichnähernden Schiffen ihren Standort anzeigen.

Das Glasen

... ist nicht der Gesichtsausdruck nach einer heftigen Nacht (glasige Augen). Es ist auch nicht das in Osteuropa verbreitete ”Entsorgen” der gläsernen Trinkgefäße, die nach ihrer Entleerung in einem achterlichen Schwung dem Kamin zugeführt werden. Mit ”Glasen”€ wird die Zeitansage auf Schiffen bezeichnet.

Es ist abgeleitet aus dem Glas der Sanduhr, dem seinerzeit Üblichen Zeitmessgerät - außer der Sonnenuhr (die konnte man auf Segelschiffen aber kaum verwenden). An dem Durchfluss ihres Inhalts wurde ”abgeschätzt”€, welche Tageszeit es ist. Voraussetzung war, dass das Glas (die Sonnenuhr) rechtzeitig gewendet wurde. Diese Art der Zeitmessung war natürlich ziemlich ungenau. Zusammen mit der Beobachtung von Sonne und den Sternen (der ”terrestrischen Navigation”€) ist es verständlich, dass der eine oder andere Seefahrer sein Ziel nicht erreichte - oder knapp verfehlte (Kolumbus?).

Heutzutage gibt es - natürlich in Braunschweig - die Atomuhr CS2, die das Maß der gesetzlichen Zeit ist. Ihr Kern ist Cäsium 133, welches durch Mikrowellenbe- strahlung auf 9.182.631.770 Schwingungen pro Sekunde angeregt wird. Sie ist so genau, dass wir uns das nicht mehr vorstellen können (Abweichung 10-15 Sek./Tag (femtosekunde)). Erst in 1 Billiarde Tagen

(ca. 3 Billionen = 3.000.000.000.000. Jahren)

wird CS2 um 1 Sekunde abweichen. Der Sender DCF77 (Mainflingen bei Frankfurt) überträgt auf 77,5 kHz das Zeitsignal. Viele Uhren - z.B. die der Deutschen Bahn AG - werden hiermit gesteuert. über Satellit steht global - abgeglichen mit weltweit weiteren 9 Atomuhren (wobei ca. 80% des Zeitmaßes aus Braunschweig kommen) - die richtige Zeit zur Verfügung. Und in Verbindung mit GPS (Global Positioning System) weiß jeder Seefahrer, wo er wann ist. Es sei denn, er ist 3. Offizier auf der ”Exxon Valdez”€.

Mit dem Schlagen der Schiffsglocke - Einfach- und Doppelschlag -, dem ”Glasen”€, wird in einem halbstündigen Rhythmus die Zeit kund getan. Damit wusste jeder auf dem Schiff, was “die Stunde geschlagen” hat. Die Wiederholungen in den Schlagfolgen waren kein Problem. Vor-/Nachmittag, Tag/Nacht konnte jeder Seemann unterscheiden. Das können wir doch auch, oder? Wachwechsel war ständig bei 8 Glas.

Uhrzeit

Glas

00.00

04.00

08.00

12.00

16.00

20.00

00.30

04.30

08.30

12.30

16.30

20.30

01.00

05.00

09.00

13.00

17.00

21.00

01.30

05.30

09.30

13.30

17.30

21.30

02.00

06.00

10.00

14.00

18.00

22.00

02.30

06.30

10.30

14.30

18.30

22.30

03.00

07.00

11.00

15.00

19.00

23.00

03.30

07.30

11.30

15.30

19.30

23.30

So findet z.B. das Treffen der Alten Back um statt,

unser Grillfest beginnt um ,

die Segelkameradschaft trifft sich um . Alles klar ?

 

Moment mal !

Es gibt nur zwei Dinge im ganzen Universum, bei denen Zeit keine Rolle spielt: in der Natur - und vielleicht noch bei der Deutschen Reichsbahn.

Manfred ...................? (Verfasser unbekannt)

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